Als ich anfing, meinen Umzug zu planen, hatte ich vor allem eine Frage: In welcher Reihenfolge erledigt man das alles? Dieser Zeitplan ist meine Antwort für den Weg von Deutschland oder Österreich in die Schweiz. Er ersetzt keine Beratung, aber er zeigt, was wann ansteht, und ordnet die wenigen Fristen ein, die tatsächlich feststehen.
Die Grundidee: Vor dem Umzug klären Sie, ob und wie Sie in der Schweiz wohnen dürfen und wo. Rund um den Umzug lösen Sie sich von Ihrem bisherigen Wohnsitz. Nach der Ankunft laufen drei Fristen, die Sie nicht verpassen sollten.
Lange vor dem Umzug: Bewilligung und Wohnung
Ganz am Anfang steht die Frage, mit welchem Status ich einreise. Für Staatsangehörige aus Deutschland und Österreich gelten andere Regeln als für Menschen aus Drittstaaten, etwa wenn ein Familienmitglied nachzieht. Ob und unter welchen Bedingungen eine Bewilligung erteilt wird, entscheiden allein die Behörden. Einen ersten Überblick finden Sie unter Auswandern in die Schweiz: Voraussetzungen und im Werkzeug zur Bewilligung.
Fast genauso früh beginnt die Wohnungssuche. Ohne Adresse gibt es keine Anmeldung, ohne Anmeldung keine Kasse. Wer nicht vor Ort sein kann, sucht oft mit Begleitung, mehr dazu unter Wohnungssuche mit Begleitung.
- Status und Bewilligung für mich und meine Familie klären
- Wohnung oder zumindest eine feste Adresse für die Ankunft sichern
- Arbeitsvertrag oder anderen Aufenthaltsgrund schriftlich bereithalten
- Umzugsgut erfassen: was ich mitnehme, was ich verkaufe
Umzugsgut: früh daran denken
Persönliche Gegenstände können beim Zuzug zollfrei eingeführt werden, mit dem Formular 18.44 für Umzugsgut (in zwei Exemplaren, unterschrieben). Die Gegenstände müssen vor dem Umzug 6 Monate im Ausland in Gebrauch gewesen sein. Die Einfuhr sollte zeitlich zum Umzug passen; das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) nennt dafür einen Zeitraum von 2 Jahren, in dem es unproblematisch ist. Wer neue Möbel kauft, schaut deshalb besser vorher nach. Details: Zoll und Umzugsgut.
Vor dem Umzug: abmelden und packen
Kurz vor dem Umzug folgt für mich der unspektakuläre, aber wichtige Teil: Ich melde mich an meinem bisherigen Wohnort ab, kündige Verträge und organisiere den Transport. Wie das in Deutschland abläuft, steht unter Abmeldung in Deutschland. Wer aus Österreich kommt, klärt die Abmeldung bei der dortigen Gemeinde.
- Abmeldung am bisherigen Wohnort erledigen
- Verträge, Versicherungen und Abos kündigen oder anpassen
- Ausweise, Zeugnisse und Verträge im Handgepäck mitnehmen
- Umzugstermin und Zollformular abstimmen
Nach der Ankunft: drei Fristen
Hier wird es konkret, denn jetzt laufen Fristen.
Anmeldung bei der Gemeinde
Innerhalb von 14 Tagen nach der Ankunft melde ich mich bei der Wohngemeinde an. Mitbringen sollte ich Ausweis, Aufenthaltstitel beziehungsweise Arbeitsbewilligung und einen Nachweis der Krankenversicherung. Die Frist kann je nach Gemeinde und Kanton abweichen, deshalb lohnt der Blick auf die Seite der eigenen Gemeinde (Quelle: ch.ch).
Krankenversicherung
Die Grundversicherung (KVG, obligatorische Krankenpflegeversicherung) muss spätestens drei Monate nach Wohnsitznahme abgeschlossen sein. Hält man die Frist ein, gilt die Deckung rückwirkend ab Wohnsitznahme. Wer später kommt, startet erst mit dem Beitritt, und bei unentschuldigter Verspätung kann ein Prämienzuschlag fällig werden. Auch eine Zuweisung durch den Kanton ist möglich (Quelle: BAG). Wie Sie das Thema angehen, steht in der Checkliste für die ersten 3 Monate.
Führerausweis
Mit dem ausländischen Führerschein darf ich nach dem Zuzug 12 Monate fahren. Danach braucht es einen Schweizer Ausweis. Der Antrag auf Umtausch muss spätestens einen Monat vor Ablauf dieser 12 Monate gestellt werden (Quelle: Kanton Zürich). Je nach Herkunft des Ausweises gibt es den Umtausch mit oder ohne Prüfung. Mehr dazu unter Führerschein umtauschen.
Was ich sonst im Blick behalte
Neben diesen Fristen liegen später Dinge wie Sprachkurse, Schulen oder Banken. Wer Deutsch spricht, denkt vielleicht nicht an Sprachkurse, doch im Alltag und in manchen Kantonen helfen Deutschkurse in der Schweiz beim Ankommen. Typische Stolpersteine sammelt die Seite Die häufigsten Fehler beim Umzug in die Schweiz.
Mein Tipp für den Zeitplan: Tragen Sie das Ankunftsdatum zuerst ein und rechnen Sie von dort vorwärts. Wenn Sie wollen, lasse ich den Plan mit der Anfrage unten auf der Seite auf mein Datum abstimmen; ein Spezialist schaut dann auf meinen Fall.
Häufige Fragen
Wann sollte ich mit der Planung beginnen?
So früh wie möglich, denn Bewilligung und Wohnung hängen voneinander ab. Feste Fristen gibt es vor allem nach der Ankunft, die Vorbereitung davor ist Ihre Sache und wird nach Ihrem Umzugstermin getaktet.
Wie lange habe ich Zeit für die Anmeldung?
Als Richtwert gelten 14 Tage nach der Ankunft. Die genaue Frist kann je nach Gemeinde und Kanton abweichen, fragen Sie deshalb direkt bei Ihrer Wohngemeinde nach.
Bis wann muss ich krankenversichert sein?
Spätestens drei Monate nach der Wohnsitznahme. Bei fristgerechtem Abschluss gilt die Versicherung rückwirkend ab Wohnsitznahme, die Prämien sind dann ebenfalls rückwirkend zu zahlen.
Wie lange darf ich mit meinem deutschen Führerschein fahren?
12 Monate nach dem Zuzug. Der Umtausch sollte spätestens einen Monat vor Ablauf beantragt werden.
Kann ich meine Möbel zollfrei mitnehmen?
Persönliche Gegenstände, die Sie bereits 6 Monate im Ausland genutzt haben, können mit dem Formular 18.44 in der Regel zollfrei eingeführt werden. Lassen Sie sich bei Unsicherheit vom BAZG beraten.
Gilt der Zeitplan auch für meine Familie?
Die Fristen nach der Ankunft gelten grundsätzlich für alle, die ihren Wohnsitz in die Schweiz verlegen. Beim Familiennachzug aus Drittstaaten kommen eigene Bedingungen dazu; ein Spezialist klärt das für Ihren Fall.
