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Deutschkurse in der Schweiz: A1 bis B2 für nicht deutschsprachige Angehörige

Meine Partnerin oder mein Partner spricht kaum Deutsch? Hier steht, wie ein Deutschkurs in der Schweiz aufgebaut ist, was die Niveaus A1 bis B2 bedeuten und wie sich der Einstieg rechtzeitig planen lässt.

Aktualisiert am 1. November 2026 · amtliche Quellen am Seitenende

Heller, leerer Klassenraum mit im Kreis angeordneten Tischen und Holzstühlen, grosse Fenster mit grünen Bäumen
Symbolbild

Als ich mein Projekt Schweiz geplant habe, ging es lange um Arbeit, Wohnung und Krankenkasse. Die Sprache kam erst spät auf den Tisch, und zwar wegen eines Menschen, der mitkommt: Wer als Partnerin, Partner oder Kind nachzieht und kein Deutsch spricht, erlebt den Alltag in der Deutschschweiz ganz anders als die Person mit dem Arbeitsvertrag. Ein Deutschkurs in der Schweiz ist deshalb für viele Familien der erste Schritt in den Alltag. Diese Seite zeigt, wie solche Kurse aufgebaut sind und worauf ich beim Planen achten würde.

Warum die Sprache für Angehörige früh zählt

Die Person mit dem Arbeitsplatz hat meist sofort Kontakte: Kollegen, Vorgesetzte, einen festen Tagesrhythmus. Wer mitzieht, steht oft allein in einer neuen Gemeinde (so heißt in der Schweiz die kleinste politische Einheit, vergleichbar mit der deutschen Kommune). Beim Einkaufen, auf dem Amt, beim Elternabend und beim Arzt wird Deutsch gesprochen, in der Deutschschweiz allerdings oft in Mundart. Mehr dazu steht unter Schweizerdeutsch verstehen.

Auch für Behördengänge hilft Sprache enorm. Bei der Anmeldung in der Gemeinde werden in der Regel Ausweis, Aufenthaltstitel und ein Versicherungsnachweis vorgelegt; die Anmeldung erfolgt innerhalb einer kurzen, von Gemeinde und Kanton abhängigen Frist (ch.ch). Wer den Ablauf versteht, braucht weniger Dolmetscherhilfe.

Wer ist mit „nicht deutschsprachigen Angehörigen“ gemeint?

Ich denke dabei an drei Gruppen:

  • Partnerin oder Partner, die oder der aus einem anderen Sprachraum stammt, etwa aus einem Land außerhalb Europas, und mit mir nach Deutschland oder Österreich gelebt hat, aber nie richtig Deutsch gelernt hat.
  • Kinder, die bisher in einer anderen Sprache zur Schule gegangen sind. Für sie gibt es zusätzlich schulische Angebote, siehe Einschulung und Das Schweizer Schulsystem.
  • Eltern oder weitere Familienmitglieder, die später dazukommen, wenn das Aufenthaltsrecht es zulässt.

Ob und unter welchen Bedingungen Angehörige nachziehen dürfen, entscheiden die Behörden; der Staat unterscheidet zwischen Personen aus EU/EFTA und aus Drittstaaten (SEM). Die Sprachfrage ist ein eigener, praktischer Teil davon. Zum Nachzug gibt es eine eigene Seite: Mein Partner, meine Partnerin.

Die Niveaus A1 bis B2 verständlich erklärt

Fast alle Anbieter richten sich nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER). Er teilt Sprachkenntnisse in Stufen ein. Für den Start in der Schweiz sind vor allem diese vier wichtig:

  • A1: Erste Sätze. Man stellt sich vor, bestellt etwas, fragt nach dem Weg.
  • A2: Einfache Alltagssituationen. Einkauf, Arzttermin, kurze Gespräche mit der Nachbarschaft.
  • B1: Selbstständig im Alltag. Man versteht den Kern von Elternbriefen, kann telefonieren und bei Ämtern Anliegen schildern.
  • B2: Sicher auch in Beruf und Ausbildung. Längere Texte, Diskussionen und schriftliche Aufgaben.
Ein möglicher Weg durch die Sprachstufen1 · Einstufung · Kurzer Test oder Gespräch, danach die passende Stufe · 2 · A1 · Erste Sätze und Grundwortschatz · 3 · A2 · Alltag meistern, Kontakt zu Nachbarn und Schule · 4 · B1 · Selbstständig im Alltag, auf dem Amt und beim Arzt · 5 · B2 · Sicher im Beruf, im Studium und in der Weiterbildung1EinstufungKurzer Test oder Gespräch, danach die passende Stufe2A1Erste Sätze und Grundwortschatz3A2Alltag meistern, Kontakt zu Nachbarn und Schule4B1Selbstständig im Alltag, auf dem Amt und beim Arzt5B2Sicher im Beruf, im Studium und in der Weiterbildung
Ein möglicher Weg durch die Sprachstufen

Wichtig: Der Weg ist selten gradlinig. Wer in Deutschland oder Österreich bereits Kurse besucht hat, steigt oft in der Mitte ein. Wer neu beginnt, plant realistisch, dass jede Stufe Zeit braucht. Wie lange genau, hängt vom Vorwissen, vom Kursumfang und davon ab, wie viel zu Hause geübt wird.

Welche Kursformen es gibt

Das Angebot ist breit und je nach Kanton und Gemeinde unterschiedlich. Ich unterscheide für mein Projekt grob diese Formen:

Kurse privater Sprachschulen

Sie bieten viele Zeitmodelle: abends, tagsüber, am Wochenende, intensiv oder gemächlich. Sie sind meist gut erreichbar und flexibel, aber nicht automatisch günstig. Preise nenne ich hier bewusst nicht, weil sie von Anbieter, Umfang und Ort abhängen.

Gemeindenahe und kantonale Angebote

Viele Gemeinden und Kantone unterstützen Integrationskurse, teils mit Kinderbetreuung oder mit Ermäßigung für bestimmte Gruppen. Ob ein solches Angebot für mich gilt, hängt von Aufenthaltsstatus und Wohnort ab. Der erste Anlaufpunkt ist die Gemeinde beziehungsweise die kantonale Fachstelle für Integration.

Volkshochschul-ähnliche Angebote

Erwachsenenbildungsstätten vor Ort bieten oft Abendkurse an. Sie sind eine gute Möglichkeit, Menschen aus der Nachbarschaft kennenzulernen.

Online-Kurse und Selbstlernmaterial

Schon vor dem Umzug lässt sich online lernen. Das ersetzt keinen Präsenzkurs, doch es verkürzt den Start. Wer von Deutschland oder Österreich aus beginnt, kann Aussprache und Wortschatz schon im Vorfeld aufbauen.

Tandem und Sprachcafés

Kostenlose Treffen in Bibliotheken, Quartiertreffs oder Vereinen ergänzen den Kurs. Gerade Anfänger gewinnen dort Mut zum Sprechen.

Hochdeutsch lernen und Mundart verstehen

In der Deutschschweiz wird im Alltag Schweizerdeutsch gesprochen, geschrieben wird aber meist Hochdeutsch (in der Schweiz „Schriftdeutsch“ genannt). Kurse unterrichten Standarddeutsch. Wer das lernt, kommt in Schule, Behörde und Beruf gut zurecht. Mundart verstehen lernt man nebenbei durch Kontakt, Radio und Nachbarn. Manche Kurse bieten zusätzlich einen Einstieg in die Mundart an; das lohnt sich vor allem für längere Aufenthalte.

Und wohin ziehe ich eigentlich? In der Westschweiz und im Tessin sieht es anders aus: Dort sind Französisch und Italienisch die Alltagssprachen. Einen Überblick gibt Sprachen und Regionen. Die Kurswahl hängt also zuerst vom Wohnort ab.

Was sich vor dem Umzug klären lässt

Bevor die Kisten gepackt sind, kann ich schon einiges vorbereiten:

  • Klären, welches Sprachniveau die mitziehende Person bereits hat (ein Einstufungstest hilft)
  • Vorhandene Kursbescheinigungen und Zertifikate aus Deutschland oder Österreich bereithalten
  • Beim künftigen Wohnort nachsehen, welche Kursanbieter und Integrationsangebote es gibt
  • Prüfen, ob für meine Situation ein Kurs im Aufenthaltsverfahren eine Rolle spielt; das erfahre ich bei der kantonalen Migrationsbehörde
  • Kinderbetreuung während der Kurszeiten einplanen, siehe Kita und Hort
  • Bei der Wahl der Schule für die Kinder an Sprachförderung denken, siehe Öffentliche Schule in der Schweiz und Internationale und private Schulen
  • Lernzeit im Familienalltag fest einplanen, sonst bleibt der Kurs ein Zusatzposten

Typische Stolpersteine

  • Falsche Stufe gebucht. Zu leicht langweilt, zu schwer frustriert. Ein kurzer Einstufungstest vorab spart Geld und Nerven.
  • Kursort und Kinderbetreuung passen nicht zusammen. Wer Kurszeiten und Betreuung nicht abstimmt, bricht schnell ab.
  • Zu spät angefangen. Wer erst nach Monaten im Land startet, hat sich schon in die Isolation eingerichtet.
  • Nur Kurs, kein Kontakt. Sprache wächst durch Gebrauch. Vereine, Spielgruppen und Nachbarschaft sind ein zweiter Kurs.
  • Erwartung an Mundart. Wer nach dem Kurs Schweizerdeutsch erwartet, erlebt eine Überraschung. Geduld hilft.

Was ein Aufenthaltstitel mit Sprache zu tun haben kann

Je nach Aufenthaltszweck, Kanton und Herkunft kann der Nachweis von Sprachkenntnissen verlangt werden, etwa bei Familiennachzug aus Drittstaaten oder bei einer späteren Verfestigung des Aufenthalts. Welche Stufe gilt, bestimmen Bund und Kanton, und die Regeln ändern sich. Hier schreibe ich deshalb keine Stufe als Pflicht auf. Die zuständige kantonale Migrationsbehörde nennt die geltenden Anforderungen für den Einzelfall. Eine Einordnung der Aufenthaltsformen findet sich in Mein Umzug in die Schweiz.

Wie meine Anfrage helfen kann

Wer nicht selbst nach Kursen suchen möchte, kann in der Anfrage angeben, dass für eine Begleitperson ein Sprachkurs gesucht wird. Je nach Anliegen stellt My Relocation den Kontakt zu einem passenden Relocation-Unternehmen her; wie das abläuft, steht unter So begleitet Sie My Relocation. Die Anfrage selbst steht unten auf der Seite, sie ist unverbindlich.

Häufige Fragen

Wie finde ich einen Deutschkurs in der Schweiz?

Am einfachsten über den künftigen Wohnort: Gemeinde, kantonale Integrationsfachstelle und örtliche Sprachschulen zeigen, was vor Ort angeboten wird. Online-Suchen nach dem Ortsnamen plus „Deutschkurs“ liefern meist schnell eine Auswahl.

Welche Niveaus gibt es von A1 bis B2?

A1 und A2 sind Grundstufen, B1 und B2 sind selbstständige Sprachverwendung. Alle richten sich nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen. Die Kursbezeichnungen der Anbieter sind daran angelehnt.

Ab welchem Niveau komme ich im Alltag zurecht?

Mit A2 gelingen einfache Alltagssituationen, mit B1 meistern viele die meisten Termine selbstständig. Das hängt aber stark von Person und Umfeld ab.

Brauche ich Vorkenntnisse für A1?

Nein. A1 beginnt bei null. Wer schon Wörter kennt, startet oft besser mit einem Einstufungstest auf A1 oder A2.

Zählen Kurse aus Deutschland oder Österreich?

Bescheinigungen können hilfreich sein, ob sie für ein Verfahren anerkannt werden, entscheidet die jeweilige Stelle. Anbieter vor Ort nutzen sie meist zur Einstufung.

Ist ein Sprachnachweis für den Aufenthalt nötig?

Das hängt von Aufenthaltszweck, Herkunft und Kanton ab. Die kantonale Migrationsbehörde nennt die geltenden Anforderungen. Die Behörden entscheiden, nicht das Kursangebot.

Gilt das auch für EU-Bürger?

Für Personen aus der EU/EFTA gelten andere Regeln als für Drittstaatsangehörige (SEM). Wer aus Deutschland oder Österreich kommt, hat meist weniger Sprachvorgaben, ein Kurs bleibt trotzdem sinnvoll.

Lerne ich im Kurs Schweizerdeutsch?

In der Regel Hochdeutsch. Mundart-Einführungen gibt es separat. Das Verstehen kommt mit der Zeit durch Kontakt im Alltag.

Muss ich Schweizerdeutsch überhaupt sprechen?

Nein, viele Menschen sprechen mit Zugezogenen Hochdeutsch, wenn es nötig ist. Verstehen hilft dennoch, etwa im Quartier und im Verein.

Gibt es Kurse mit Kinderbetreuung?

Einige Anbieter und Gemeinden bieten Betreuung an, andere nicht. Frühzeitig nachfragen lohnt sich, ebenso ein Blick auf Kita und Hort.

Können Kinder Deutsch in der Schule lernen?

Ja, öffentliche Schulen haben meist Förderangebote für Kinder mit anderer Erstsprache. Das Angebot unterscheidet sich je nach Kanton und Gemeinde. Mehr dazu in Einschulung.

Was kostet ein Deutschkurs?

Das hängt von Anbieter, Umfang und Ort ab. Konkrete Beträge nenne ich hier nicht. Vorab die Preise bei mehreren Anbietern vergleichen.

Gibt es Förderung oder Ermäßigung?

Manche Gemeinden und Kantone unterstützen bestimmte Gruppen. Ob das auf mich zutrifft, klärt die kommunale oder kantonale Integrationsstelle.

Kann ich schon vor dem Umzug Deutsch lernen?

Ja, mit Online-Kursen, Apps oder Kursen vor Ort in Deutschland oder Österreich. So fällt der Start nach der Ankunft leichter.

Wann sollte der Kurs beginnen?

Je früher, desto besser. Viele planen den Start in den ersten Wochen nach der Ankunft, wenn der Alltag noch neu ist und Motivation vorhanden ist.

Reicht ein Intensivkurs?

Intensivkurse bringen schnell Fortschritt, verlangen aber Zeit. Sie passen, wenn die Betreuung der Kinder und der Haushalt geregelt sind.

Was ist besser: Präsenz oder Online?

Präsenzkurse bieten Kontakt und feste Termine, Online-Kurse sind flexibel. Eine Mischung funktioniert für viele am besten.

Kann ich nach B2 weiterlernen?

Ja. Darauf folgen fortgeschrittene Kurse, Prüfungsvorbereitung und Berufsdeutsch. Auch das Studium ist Thema, siehe Studieren in der Schweiz.

Wie hilft das beim Berufseinstieg der Partnerin oder des Partners?

Gute Sprachkenntnisse öffnen Türen auf dem Arbeitsmarkt. Wie sich Arbeit und Aufenthaltsrecht verbinden, hängt vom Status ab; eine Orientierung gibt Mein Partner, meine Partnerin.

Brauche ich für den Kurs eine Anmeldung bei der Gemeinde?

Manche Angebote verlangen einen Wohnsitznachweis, andere nicht. Das steht in den Kursbedingungen des jeweiligen Anbieters.

Kann My Relocation einen Kurs für mich buchen?

My Relocation vermittelt den Kontakt zu einem passenden Relocation-Unternehmen; die Buchung und die Beratung laufen dort. Der Weg dahin beginnt mit der Anfrage.

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