Wenn ich an meinen Umzug denke, ist die Wohnung die Frage, die mir am meisten Kopfzerbrechen macht. Zürich ist die grösste Stadt der Schweiz: 2025 lebten dort 440'935 Menschen, davon 150'726 mit ausländischem Pass, also 34,2 % (BFS). Wer aus Deutschland oder Österreich kommt, ist hier also in guter Gesellschaft, aber auch in einem Markt, der eng ist. Diese Seite ist mein Fahrplan für Zürich Wohnung mieten, geschrieben für jemanden, der noch nie dort gewohnt hat.
Was mich beim Zürcher Markt erwartet
Der Kanton Zürich meldete am 1. Juni 2026 einen Leerwohnungsbestand von 0,52 % (BFS). Schweizweit standen 45'493 Wohnungen leer (BFS). Für die Stadt selbst habe ich keine verlässliche Zahl; sie lässt sich aus der Kantonsquote nicht ableiten. Als Richtschnur reicht mir: Es gibt wenige freie Wohnungen, und auf eine gute Wohnung bewerben sich viele Interessenten.
Das erklärt, warum die Suche hier anders läuft als in vielen deutschen Städten. Man schaut nicht einfach drei Wohnungen an und wählt. Man bewirbt sich schriftlich, mit vollständigem Dossier, und die Verwaltung (Liegenschaftsverwaltung, in der Schweiz oft «Regie» genannt) wählt unter den Bewerbungen aus.
Was eine Wohnung in Zürich ungefähr kostet
Die Zahlen unten sind Durchschnittswerte der Nettomieten in der Stadt (ohne Nebenkosten), Erhebung 2022 bis 2024 (BFS). Sie zeigen die Grössenordnung; Neuvermietungen liegen oft darüber, und einzelne Quartiere weichen stark ab.
- Alle Wohnungsgrössen zusammen: CHF 1'739 pro Monat (BFS)
- 1 Zimmer: CHF 1'126 (BFS)
- 2 Zimmer: CHF 1'537 (BFS)
- 3 Zimmer: CHF 1'761 (BFS)
- 4 Zimmer: CHF 2'085 (BFS)
- 5 Zimmer: CHF 2'547 (BFS)
Für den ganzen Kanton lag der Durchschnitt 2024 bei CHF 1'768 (BFS). Der Unterschied zur Stadt ist also gering. Wer die Preise mehrerer Städte nebeneinander sehen möchte, findet sie im Mietpreisvergleich der Schweizer Städte, und wie sich Basel anfühlt, steht unter Wohnung in Basel finden.
Mein Vorgehen in Schritten
1. Dossier vorbereiten, solange ich noch im Ausland bin
Das Bewerbungsdossier ist meine wichtigste Eintrittskarte. Was dazugehört und wie ich es aufbaue, beschreibe ich in Mein Bewerbungsdossier. Dazu zählen meist ein Arbeitsvertrag oder eine Zusage, ein Ausweis und ein Betreibungsauszug (Auszug aus dem Register über Zahlungsrückstände). Den Auszug gibt es erst, wenn man in der Schweiz gemeldet ist; wie das für Zuziehende aus dem Ausland läuft, steht im Beitrag zum Betreibungsauszug. Mit dem Mietdossier-Check prüfe ich später, ob nichts fehlt.
2. Zuerst temporär wohnen
Von Deutschland oder Österreich aus eine Wohnung zu bekommen, ohne sie gesehen zu haben, ist selten. Viele überbrücken deshalb mit einer möblierten, befristeten Unterkunft und suchen von dort aus. Die Vor- und Nachteile habe ich unter Möbliert und befristet zusammengestellt.
3. Quartiere kennenlernen
Zürich besteht aus Stadtkreisen mit sehr unterschiedlichem Charakter: Altbauquartiere mit Tramschienen und Balkonen, ruhige Wohnlagen am Hang, Neubauviertel im Norden. Ich plane die ersten Tage so, dass ich mehrere Gegenden zu Fuss und mit Tram oder S-Bahn erlebe. Wer pendelt, sollte den Arbeitsweg wirklich einmal zur Stosszeit ausprobieren. Auch die Umgebung kommt in Frage: Mehrere Gemeinden rund um die Stadt sind gut angebunden und oft ruhiger.
4. Besichtigung und Bewerbung
Bei der Besichtigung bringe ich das Dossier gleich mit oder reiche es noch am selben Tag ein. Ich achte auf Heizung, Fenster, Lärm und darauf, was in der Wohnung bleibt: In der Schweiz werden Wohnungen oft ohne Einbauküche-Standard der Marke «alles drin» übergeben, manchmal fehlen sogar Lampen. Das lohnt sich zu fragen.
5. Mietvertrag und Mietzinsdepot
Wird die Bewerbung angenommen, folgt der Mietvertrag. Üblich ist ein Mietzinsdepot (Kaution), das auf ein gesperrtes Konto eingezahlt wird. Die Höhe und die Regeln dafür gibt der Vertrag vor; für eine Einschätzung des eigenen Vertrags wird ein Spezialist hinzugezogen, hier gebe ich keine Rechtsberatung. Eine Hausrat- und Haftpflichtversicherung wird von Vermietern häufig verlangt, Näheres steht unter Hausrat- und Haftpflichtversicherung.
6. Übergabe und Anmeldung
Bei der Übergabe wird ein Protokoll geschrieben. Es schützt später beide Seiten, mehr dazu in Wohnungsübergabe und Abnahmeprotokoll. Danach folgt die Anmeldung bei der Wohngemeinde und, je nach Herkunft, der Kontakt mit dem Migrationsamt des Kantons Zürich. Seine Seite finden Sie unter zh.ch, Migrationsamt. Was der Aufenthaltstitel für die Wohnungssuche bedeutet, hängt von der Staatsangehörigkeit und der Situation ab.
Checkliste vor dem ersten Besichtigungstermin
- Arbeitsvertrag oder Zusage als Kopie bereithalten
- Ausweiskopie
- Betreibungsauszug, sobald möglich
- Kurzes Motivationsschreiben zur Person oder Familie
- Temporäre Unterkunft für die ersten Wochen gesichert
- Wunschquartiere und Arbeitsweg angeschaut
- Fragen zu Nebenkosten und Inventar notiert
Wenn die Suche allein nicht klappt
Manche begleitet die Suche besser, wenn jemand vor Ort ist. Das Angebot dazu beschreibt die Seite Wohnungssuche mit Begleitung. Über die Anfrage am Seitenende lasse ich mich mit einem passenden Unternehmen in Verbindung bringen. Auch ein Haus oder eine Eigentumswohnung kommt für manche in Frage; was Ausländern erlaubt ist, erkläre ich in Haus oder Wohnung kaufen als Zugezogene. Der Überblick über das Ganze steht in Meine Wohnungssuche in der Schweiz und auf der Stadtseite Mein neues Zuhause Zürich.
Häufige Fragen
Wie schwierig ist es, in Zürich eine Wohnung zu finden?
Schwierig, weil das Angebot knapp ist. Im Kanton standen am 1. Juni 2026 nur 0,52 % der Wohnungen leer (BFS). Ein vollständiges Dossier und etwas Geduld helfen mehr als jeder Trick.
Kann ich schon aus dem Ausland eine Wohnung mieten?
Manchmal, aber selten. Meist wird die Wohnung vor Ort besichtigt. Eine befristete, möblierte Unterkunft überbrückt die erste Zeit.
Was kostet eine Wohnung in Zürich?
Im Durchschnitt liegt die Nettomiete bei CHF 1'739 pro Monat (BFS, Erhebung 2022 bis 2024). Je nach Grösse und Quartier ist es deutlich weniger oder mehr, und Nebenkosten kommen dazu.
Was bedeutet «Netto» bei der Miete?
Die Nettomiete ist der Preis ohne Nebenkosten für Heizung und Warmwasser. Diese werden separat oder als Akonto abgerechnet.
Was ist eine Regie?
So nennt man in der Schweiz oft die Liegenschaftsverwaltung, die Wohnungen für Eigentümer vermietet und Bewerbungen prüft.
Was gehört in ein Bewerbungsdossier?
Üblich sind Ausweis, Arbeitsnachweis, Betreibungsauszug und ein kurzes Anschreiben. Details stehen unter Mein Bewerbungsdossier.
Bekomme ich einen Betreibungsauszug, wenn ich noch nicht in der Schweiz wohne?
Der Auszug bezieht sich auf den Wohnort. Wie Zuziehende aus dem Ausland damit umgehen, beschreibt der Beitrag zum Betreibungsauszug.
Was ist ein Mietzinsdepot?
Eine Sicherheit für den Vermieter, die auf einem gesperrten Konto liegt. Der Mietvertrag nennt die Bedingungen.
Welche Sprache wird in Zürich gesprochen?
Im Alltag Deutsch, in der Schweiz in Mundart (Schweizerdeutsch). Schriftlich, auch in Verträgen, wird Hochdeutsch verwendet.
Gibt es internationale Schulen für Familien?
Ja, im Kanton Zürich unter anderem die Inter-Community School in Zumikon, die Zurich International School in Wädenswil, Kilchberg und Adliswil sowie die International School Zurich North in Wallisellen (Kanton Zürich, Stand November 2023). Weitere Hilfe bietet der Wegweiser zur Schulwahl.
Wie komme ich vom Flughafen in die Stadt?
Der Flughafen Zürich ist der grosse Flughafen der Region. Verbindungen und Fahrzeiten kläre ich bei den SBB und den lokalen Verkehrsbetrieben.
Wer entscheidet über meinen Aufenthalt?
Das Migrationsamt des Kantons Zürich, nicht eine Vermieterin oder ein Vermittler. Es ist die zuständige kantonale Behörde laut Liste des SEM.
Quellen
- Bundesamt für Statistik (BFS), Strukturerhebung, Mieten in den grössten Städten
- Bundesamt für Statistik (BFS), Leerwohnungen nach Kanton, 1. Juni 2026
- Bundesamt für Statistik (BFS), Leerwohnungszählung 2026
- Bundesamt für Statistik (BFS), Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit
- Staatssekretariat für Migration (SEM), kantonale Migrationsbehörden
