In welcher Schweizer Stadt wohnen? Diese Frage stand bei mir ganz am Anfang, noch vor Wohnung, Schule oder Krankenkasse. Denn die Stadt entscheidet über vieles: welche Sprache auf dem Amt gesprochen wird, wie eng der Wohnungsmarkt ist und wie der Alltag klingt.
Ich erzähle Ihnen hier, wie ich dabei vorgegangen bin. Ich war nie in diesen Städten zu Hause und kam aus Deutschland oder Österreich, also ohne Vorwissen über Kantone und Gemeinden.
Erst die Sprache, dann alles andere
Die Schweiz hat vier Landessprachen, und welche im Alltag gilt, hängt vom Kanton ab. Ein Kanton ist vergleichbar mit einem Bundesland, hat aber mehr eigene Zuständigkeiten, etwa bei Schulen und Steuern. Wer Deutsch spricht, versteht in der Deutschschweiz die Schriftsprache, im Alltag hört man jedoch Schweizerdeutsch (Mundart).
Die Karte zeigt die Kantone der 13 Orte und ihre Amtssprachen. Zweisprachige Kantone sind ein Sonderfall: Die Stadt kann in einer Sprache überwiegen, während der Kanton beide führt. Mehr dazu auf der Seite Sprachen und Regionen.
Deutschschweiz: sieben Orte, ein ähnlicher Alltag
Zürich ist die größte Stadt der Liste: 440'935 Einwohnerinnen und Einwohner, davon 34,2 % mit ausländischem Pass (BFS, 2025). Die Mieten sind hoch; das durchschnittliche Netto-Mietzinsniveau lag 2022-2024 bei CHF 1'739 pro Monat (BFS). Im Kanton standen am 1. Juni 2026 0,52 % der Wohnungen leer (BFS). Wer hier sucht, sucht in einem engen Markt. Ausführlicher auf der Seite Mein neues Zuhause Zürich.
Winterthur liegt im selben Kanton und hat 120'741 Einwohner (BFS, 2025). Das durchschnittliche Mietniveau betrug CHF 1'535 pro Monat (BFS, 2022-2024). Viele sehen darin eine ruhigere Alternative zu Zürich, ohne den Kanton zu wechseln.
Basel (180'097 Einwohner, BFS, 2025) liegt an der Grenze zu Deutschland und Frankreich. Für mich war das ein vertrauter Gedanke: Die Heimat bleibt nah. Der durchschnittliche Mietzins lag bei CHF 1'395 pro Monat (BFS, 2022-2024), der Leerstand im Kanton bei 0,78 % (BFS).
Bern ist die Bundesstadt mit 138'562 Einwohnern (BFS, 2025). Der Kanton ist zweisprachig, die Stadt selbst spricht Deutsch. Die Mieten lagen im Schnitt bei CHF 1'413 pro Monat (BFS, 2022-2024), im Kanton standen 1,04 % der Wohnungen leer (BFS).
Luzern zählt 86'699 Einwohner (BFS, 2025) und liegt am See. Das Mietniveau: CHF 1'492 pro Monat (BFS, 2022-2024).
Zug ist klein, mit 32'160 Einwohnern (BFS, 2025), und gilt als teuer. Für den Kanton nennt das BFS für 2024 CHF 2'024 pro Monat, bei einem Leerstand von nur 0,2 % (BFS). Das ist ein Wert des Kantons, nicht der Stadt.
St. Gallen (79'487 Einwohner, BFS, 2025) hat vergleichsweise niedrige Mieten: CHF 1'264 pro Monat (BFS, 2022-2024). Der Leerstand im Kanton liegt bei 1,16 % (BFS).
Westschweiz: Französisch im Alltag
Genf hat 211'152 Einwohner, und 50,6 % davon haben einen ausländischen Pass (BFS, 2025). Das ist der höchste Anteil der Liste. Die Mieten lagen bei CHF 1'518 pro Monat (BFS, 2022-2024), der Leerstand im Kanton bei 0,31 % (BFS).
Lausanne zählt 145'596 Einwohner (BFS, 2025), das Mietniveau lag bei CHF 1'369 pro Monat (BFS, 2022-2024). Der Kanton Waadt verzeichnete 0,87 % leere Wohnungen (BFS).
Neuenburg (Neuchâtel) hat 45'466 Einwohner (BFS, 2025). Für den Kanton nennt das BFS CHF 1'091 pro Monat für 2024 und einen Leerstand von 1,64 % (BFS). Auch das ist ein Kantonswert.
Freiburg im Üechtland (Fribourg) und Sitten (Sion) liegen in zweisprachigen Kantonen. Welche Sprache im Alltag überwiegt, kläre ich vor einem Umzug vor Ort und bei den Behörden; ich verlasse mich nicht auf Annahmen. Freiburg hat 39'599 Einwohner (BFS, 2025) und für den Kanton CHF 1'328 pro Monat (BFS, 2024). Sitten hat 37'844 Einwohner (BFS, 2025) und für den Kanton CHF 1'227 pro Monat (BFS, 2024).
Tessin: Lugano
Lugano ist die italienischsprachige Wahl. 63'691 Einwohner leben dort (BFS, 2025), das Mietniveau lag bei CHF 1'292 pro Monat (BFS, 2022-2024). Der Kanton Tessin hat mit 1,78 % den höchsten Leerstand der Liste (BFS).
Chiffres: Wohnungsmarkt in vier Orten
Die Zahlen sind Größenordnungen und zeigen Durchschnitte, keine Angebote.
CHF 1'739 pro Monat
Mittlere Nettomiete in Zürich
Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), 2022-2024
CHF 2'024 pro Monat
Mittlere Nettomiete im Kanton Zug
Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), 2024
0,2 %
Leerstand im Kanton Zug
Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), 1. Juni 2026
1,78 %
Leerstand im Kanton Tessin
Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), 1. Juni 2026
Einen direkten Vergleich der Mieten finden Sie auf der Seite Mieten in 13 Schweizer Städten im Vergleich, eine interaktive Version im Städtevergleich.
So habe ich meine Auswahl eingegrenzt
- Sprache klären: Deutsch, Französisch oder Italienisch im Alltag
- Arbeitsweg und Schulort auf der Karte nachvollziehen
- Mietniveau und Leerstand des Kantons ansehen
- Prüfen, welche Bewilligung für meine Situation infrage kommt, siehe Aufenthaltsbewilligung
- Alltag und Verkehr einschätzen, etwa mit Halbtax, GA und Tickets
- Eine Orientierungsreise einplanen, siehe Orientierungsreise
Wer sich bei der Stadtwahl unsicher ist, kann das in der Anfrage am Seitenende schildern; ein Spezialist schaut sich dann den Einzelfall an. Einen größeren Rahmen bietet Leben in der Schweiz.
Häufige Fragen
In welcher Schweizer Stadt wohnen Zugezogene aus Deutschland am häufigsten?
Eine belastbare Rangliste nach Herkunft nenne ich hier nicht. Der Anteil ausländischer Einwohner ist in Genf mit 50,6 % am höchsten, in Bern mit 25,9 % am niedrigsten (BFS, 2025).
Welche Stadt eignet sich für den Einstieg ohne Französisch?
Zürich, Winterthur, Basel, Bern, Luzern, Zug und St. Gallen liegen in deutschsprachigen Gebieten. Im Alltag begegnet man dort allerdings Mundart.
Wo sind die Mieten am niedrigsten?
Unter den Städten mit Stadtwert liegt St. Gallen bei CHF 1'264 pro Monat (BFS, 2022-2024). Neuenburg hat als Kantonswert CHF 1'091 pro Monat (BFS, 2024).
Wo sind die Mieten am höchsten?
Der Kanton Zug liegt bei CHF 2'024 pro Monat (BFS, 2024), die Stadt Zürich bei CHF 1'739 pro Monat (BFS, 2022-2024).
Ist es in jeder Stadt gleich schwer, eine Wohnung zu finden?
Nein. Die Leerstandsquote schwankt: Zug hat 0,2 %, das Tessin 1,78 % (BFS, 1. Juni 2026). Quoten einzelner Städte sind nicht erfasst.
Spricht man in Bern Deutsch?
Ja, die Stadt Bern ist deutschsprachig, der Kanton ist offiziell zweisprachig.
Wie sieht es in Freiburg und Sitten mit der Sprache aus?
Beide Kantone führen Französisch und Deutsch. Wie das im jeweiligen Ort ausfällt, ist vor Ort zu klären.
Kann ich in einer Stadt wohnen und anderswo arbeiten?
Das hängt vom Arbeitsweg ab. Die Seite Leben in der Schweiz zeigt, worauf es im Alltag ankommt.
Wer entscheidet über meine Aufenthaltsbewilligung?
Die zuständige Behörde erteilt sie. Ein Spezialist prüft den Einzelfall und beantwortet, was bei Ihrer Herkunft gilt. Grundlagen stehen unter Auswandern in die Schweiz.
Was ist mit meiner Rente, wenn ich in die Schweiz ziehe?
Das hängt von Herkunftsland und Einzelfall ab. Weitere Informationen finden Sie bei der deutschen Rente und der österreichischen Pension.
Quellen
Weiterlesen
- Mieten in 13 Schweizer Städten im Vergleich
- Mein neues Zuhause Zürich
- Mein neues Zuhause Basel
- Mein neues Zuhause Bern
- Mein neues Zuhause Luzern
- Mein neues Zuhause Zug
- Mein neues Zuhause Winterthur
- Mein neues Zuhause St. Gallen
- Mein neues Zuhause Genf
- Mein neues Zuhause Lausanne
- Mein neues Zuhause Lugano
- Mein neues Zuhause Neuenburg (Neuchâtel)
- Mein neues Zuhause Sitten (Sion)
- Mein neues Zuhause Freiburg im Üechtland (Fribou
