Was kostet die Krankenkasse in der Schweiz? Das war eine der ersten Zahlen, die ich für mein Projekt wissen wollte, noch bevor ich über Wohnung oder Umzugsfirma nachgedacht habe. Eine einzige Antwort gibt es nicht, aber es gibt eine brauchbare Größenordnung, und es gibt klare Hebel, die den Preis verändern. Beides sehen wir uns hier in Ruhe an.
Warum es keine feste Zahl gibt
In Deutschland und Österreich richtet sich der Beitrag meist nach dem Einkommen. In der Schweiz ist das anders: Die Grundversicherung (auf Französisch LAMal, auf Deutsch KVG, also das Krankenversicherungsgesetz) kennt keine einkommensabhängigen Beiträge. Stattdessen zahlt jede versicherte Person eine Prämie (so heißt der monatliche Beitrag), und die hängt von mehreren Dingen ab: Wohnort, Alter, gewähltem Versicherungsmodell und der Franchise. Die Franchise ist der Betrag, den ich pro Jahr zuerst selbst bezahle, bevor die Kasse Kosten übernimmt.
Das Leistungspaket der Grundversicherung ist bei allen Anbietern gesetzlich gleich. Unterschiede entstehen beim Preis und bei den Modellen, nicht bei den Grundleistungen. Wie der Wechsel von der heimischen Kasse genau aussieht, steht auf der Seite Von der gesetzlichen Kasse zur Schweizer Grundversicherung.
Die Durchschnittsprämien 2026 als Anhaltspunkt
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) veröffentlicht jedes Jahr im Herbst die durchschnittlichen Prämien. Für 2026 liegt die mittlere Monatsprämie über alle Altersgruppen bei CHF 393,3 (BAG). Gemeint ist die Prämie der Grundversicherung mit ordentlicher Franchise. Gegenüber dem Vorjahr sind die Prämien gestiegen, und das ist seit Jahren der Trend.
CHF 393,3 pro Monat
Alle Altersgruppen
Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG)
CHF 465,3 pro Monat
Erwachsene
Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG)
CHF 326,3 pro Monat
Junge Erwachsene
Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG)
CHF 122,5 pro Monat
Kinder
Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG)
Wichtig: Das sind Landesdurchschnitte. Eine reale Prämie kann je nach Kanton, Region und Modell deutlich darüber oder darunter liegen. Ich lese die Zahlen deshalb als Orientierung für die Budgetplanung, nicht als Angebot.
Erwachsene
Für Erwachsene nennt das BAG für 2026 im Schnitt CHF 465,3 pro Monat (BAG). Mit dieser Zahl rechne ich für eine erste grobe Planung, weil sie den größten Teil der Haushalte abbildet.
Junge Erwachsene
Junge Erwachsene gelten als eigene Altersgruppe mit niedrigerer Prämie: im Durchschnitt CHF 326,3 pro Monat (BAG). Das ist für Studierende und Berufseinsteigende interessant. Zum Studium gibt es eine eigene Seite: Studieren in der Schweiz.
Kinder
Für Kinder liegt der Durchschnitt 2026 bei CHF 122,5 pro Monat (BAG). Auch Kinder brauchen eine eigene Police, es gibt keine beitragsfreie Mitversicherung wie bei der deutschen Familienversicherung. Das ist für Familien ein Punkt, den man im Budget früh sichtbar machen sollte.
Was den Preis bewegt
Wer die Durchschnittswerte kennt, möchte wissen, warum die eigene Prämie anders ausfällt. Vier Hebel sind entscheidend.
- Wohnort: Die Prämien werden nach Kanton und Prämienregion festgelegt. Dieselbe Police kann an zwei Orten unterschiedlich teuer sein.
- Franchise: Eine höhere Franchise senkt die Monatsprämie, erhöht aber das Risiko, bei Krankheit mehr selbst zu tragen. Die möglichen Stufen und ihre Wirkung erkläre ich auf der Seite Franchise und Modelle.
- Modell: Hausarztmodell, HMO (Gesundheitszentrum mit festen Ärztinnen und Ärzten) und Telemedizin-Modelle schränken die freie Arztwahl ein und sind dafür günstiger als das Standardmodell. Wie man eine Hausärztin findet, steht unter Hausärztin oder Hausarzt finden.
- Unfalldeckung: Wer angestellt ist, ist über den Arbeitgeber gegen Unfall versichert; dann kann die Unfalldeckung in der Krankenkasse entfallen, was die Prämie senkt. Wie das im einzelnen läuft, hängt vom Arbeitsverhältnis ab.
Hinzu kommt der Selbstbehalt: Neben der Franchise trägt die versicherte Person einen Anteil der Kosten über der Franchise selbst, bis ein gesetzlicher Höchstbetrag erreicht ist. Die Höhe ist gesetzlich geregelt; die aktuellen Werte nennt der Versicherer.
Mein Ablauf: von der Zahl zur Police
Damit ich beim Planen nicht den Überblick verliere, habe ich die Schritte in eine Reihenfolge gebracht.
Die Frist von drei Monaten
Nach der Wohnsitznahme ist die Grundversicherung spätestens nach drei Monaten abzuschließen (BAG). Wird diese Frist eingehalten, gilt die Deckung rückwirkend ab dem Tag der Wohnsitznahme, und die Prämien sind ebenfalls rückwirkend geschuldet. Wird die Frist überschritten, beginnt die Deckung erst mit der Aufnahme, und bei nicht entschuldbarer Verspätung kann ein Prämienzuschlag erhoben werden. Die kantonale Behörde kann in dem Fall auch einen Versicherer zuweisen. Mehr dazu auf der Seite Grundversicherung.
Das bedeutet für meine Planung: Ich muss nicht am Tag der Ankunft unterschreiben, aber eine monatliche Rückwirkung ist in der Rechnung einzuplanen.
Die Anmeldung bei der Gemeinde
Bei der Ankunft erfolgt die Anmeldung bei der Wohngemeinde, in der Regel innerhalb von 14 Tagen (ch.ch). Vor Ort werden Ausweis, Aufenthalts- oder Arbeitsbewilligung und ein Nachweis der Krankenversicherung verlangt. Die Details können je nach Gemeinde und Kanton abweichen. Wer vorher plant, hat den Versicherungsnachweis rechtzeitig in der Hand. Einen Terminplan für die ersten Wochen bietet der Umzugskalender.
Zusatzversicherung: Pflicht oder Kür?
Die Zusatzversicherung ist freiwillig. Sie deckt zum Beispiel Zahnbehandlungen, alternative Medizin oder ein Spitalzimmer mit höherem Komfort. Anders als in der Grundversicherung dürfen Versicherer hier Gesundheitsfragen stellen und Anträge ablehnen. Das ist ein Grund, die Gesundheitsangaben sorgfältig zu machen. Eine ausführliche Einordnung gibt es unter Zusatzversicherungen. Andere Policen wie Hausrat, Rechtsschutz oder Reise sind auf der Seite Auto, Rechtsschutz, Reise beschrieben.
Familie, Schwangerschaft und besondere Lagen
Bei Familien summieren sich die Prämien pro Kopf. Je nach Kanton gibt es Prämienverbilligungen für Haushalte mit kleinem Einkommen; ob ein Anspruch besteht, entscheidet die zuständige kantonale Stelle. Beispiel (fiktiv): Eine Familie aus Stuttgart mit zwei Kindern plant ihren Umzug und stellt fest, dass vier einzelne Policen auszuhandeln sind, nicht eine. Zur Geburt und zur Betreuung in der Schwangerschaft steht die Seite Schwanger in der Schweiz bereit.
Wer selbständig arbeitet, hat bei der Versicherung keinen Arbeitgeber, der die Unfalldeckung übernimmt. Das ist ein Sonderfall, den ich unter Aufenthalt als Selbständige oder Selbständiger einordne. Ob in einem konkreten Fall eine Befreiung von der Versicherungspflicht oder eine Sonderregel in Frage kommt, prüft eine Fachperson; eine Einzelfallberatung kann diese Seite nicht leisten. Dafür dient die Prämienvergleich-Anfrage unten auf der Seite.
Meine Checkliste vor dem Abschluss
- Ankunftsdatum und Wohnort klären, weil die Prämienregion daran hängt
- Prämien für mehrere Franchisestufen und Modelle nebeneinanderlegen
- Bei Kindern jede Person einzeln in die Rechnung aufnehmen
- Prüfen, ob die Unfalldeckung über den Arbeitgeber läuft
- Nachweis der bisherigen Versicherung aus Deutschland oder Österreich bereithalten
- Versicherungsnachweis für die Gemeinde vorbereiten
- Zusatzversicherungen erst nach der Grundversicherung betrachten
- Das Gesamtbudget im Umzugskostenplan eintragen: Was mich der Umzug in die Schweiz kostet
Wer die Prämien nicht allein vergleichen möchte, kann über die Anfrage eine Vermittlung an eine passende Relocation-Firma beantragen. Die Seite Meine Checkliste hilft, die Schritte zu sortieren, und der Städtevergleich zeigt, wie sich Orte unterscheiden.
Häufige Fragen
Was kostet die Krankenkasse in der Schweiz pro Monat?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Als Anhaltspunkt: 2026 liegt die Durchschnittsprämie über alle Altersgruppen bei CHF 393,3 pro Monat (BAG). Die tatsächliche Prämie hängt von Wohnort, Franchise, Modell und Alter ab.
Was kostet die Grundversicherung für Erwachsene?
Das BAG nennt für Erwachsene im Durchschnitt CHF 465,3 pro Monat für 2026 (BAG). Je nach Region und Modell kann der eigene Wert abweichen.
Was kostet sie für junge Erwachsene?
Für junge Erwachsene beträgt der Durchschnitt 2026 CHF 326,3 pro Monat (BAG). Das Alter, ab dem diese Gruppe gilt, legt das Gesetz fest; der Versicherer nennt die Grenze.
Was kostet sie für Kinder?
Der Durchschnitt liegt 2026 bei CHF 122,5 pro Monat und Kind (BAG). Jedes Kind braucht eine eigene Police.
Hängt die Prämie vom Einkommen ab?
Nein. Die Prämien der Grundversicherung sind unabhängig vom Einkommen. Für Haushalte mit kleinem Einkommen kann der Kanton eine Verbilligung gewähren.
Ist die Krankenversicherung in der Schweiz Pflicht?
Ja. Wer in der Schweiz wohnt, schließt die Grundversicherung ab, spätestens drei Monate nach der Wohnsitznahme (BAG).
Gilt die Deckung rückwirkend?
Bei fristgerechtem Abschluss ja: Die Deckung gilt rückwirkend ab der Wohnsitznahme, und die Prämien sind rückwirkend geschuldet (BAG).
Was passiert, wenn die Frist von drei Monaten verpasst wird?
Die Deckung beginnt dann erst mit der Aufnahme. Bei nicht entschuldbarer Verspätung kann ein Zuschlag erhoben werden, und die kantonale Behörde kann einen Versicherer zuweisen (BAG).
Sind alle Kassen in der Grundversicherung gleich?
Das Leistungspaket ist gesetzlich einheitlich. Unterschiede gibt es bei Prämie, Modell und Service.
Kann ich die Kasse frei wählen?
Grundsätzlich ja, Versicherer müssen in der Grundversicherung jede Person aufnehmen. Dabei gilt das jeweilige Tätigkeitsgebiet der Kasse.
Was ist eine Franchise?
Die Franchise ist der Betrag pro Jahr, den die versicherte Person zuerst selbst bezahlt. Eine höhere Franchise senkt die Monatsprämie. Details unter Franchise und Modelle.
Was ist der Selbstbehalt?
Nach Erreichen der Franchise trägt die versicherte Person einen Anteil der weiteren Kosten, bis ein gesetzlicher Höchstbetrag erreicht ist.
Welche Modelle gibt es?
Üblich sind das Standardmodell mit freier Arztwahl, das Hausarztmodell, HMO und Telemedizin. Die eingeschränkten Modelle sind in der Regel günstiger.
Lohnt sich ein Hausarztmodell?
Es senkt oft die Prämie, verlangt aber, zuerst die Hausarztpraxis aufzusuchen. Ob das passt, hängt von Wohnort und Gewohnheiten ab.
Wann muss ich mich bei der Gemeinde anmelden?
In der Regel innerhalb von 14 Tagen nach der Ankunft (ch.ch). Es kann je nach Gemeinde und Kanton abweichen, die Gemeinde gibt Auskunft.
Welche Unterlagen verlangt die Gemeinde?
Ausweis, Aufenthalts- oder Arbeitsbewilligung und einen Nachweis der Krankenversicherung (ch.ch).
Ist ein Partner oder Kind automatisch mitversichert?
Nein. Anders als bei der deutschen Familienversicherung braucht jede Person eine eigene Police.
Ist die Zusatzversicherung nötig?
Nein, sie ist freiwillig. Sie ergänzt die Grundversicherung, etwa bei Zahn- oder Spitalleistungen. Mehr unter Zusatzversicherungen.
Kann eine Zusatzversicherung abgelehnt werden?
Ja. Anders als in der Grundversicherung dürfen Versicherer hier Gesundheitsfragen stellen und Anträge ablehnen.
Gibt es eine Hilfe, wenn die Prämie zu hoch ist?
Viele Kantone gewähren Prämienverbilligungen. Wer Anspruch hat, entscheidet die zuständige kantonale Stelle nach ihren Regeln.
Gelten die Durchschnittswerte für meinen Wohnort?
Nicht unbedingt. Es sind Landesdurchschnitte; regionale Prämien können spürbar abweichen. Als Ordnungsgröße für das Budget sind sie dennoch nützlich.
Wo finde ich weitere Hilfe zur Versicherung nach dem Umzug?
Auf den Seiten Grundversicherung und Auto, Rechtsschutz, Reise sowie über die Anfrage am Ende der Seite.
