„Kann ich einfach in die Schweiz auswandern?“ Das war meine erste Frage, und die ehrliche Antwort lautet: Es ist machbar, aber nicht „einfach so“. Wer aus Deutschland oder Österreich kommt, hat zwar gegenüber vielen anderen Ländern einen Vorteil, muss aber trotzdem eine Reihe von Schritten in der richtigen Reihenfolge gehen. Diese Seite gibt mir (und Ihnen) den Überblick; die Details stehen in den verlinkten Ratgebern.
Der Weg im Überblick
Bevor ich in die einzelnen Fragen einsteige, hier die Fristen, die in der Schweiz wirklich zählen. Alles andere ist Planung, die ich selbst festlege.
Zuerst die Bewilligung
Ob ich bleiben darf, hängt davon ab, woher ich komme. Die Schweiz unterscheidet zwei Regime: Angehörige der EU/EFTA-Staaten (über das Freizügigkeitsabkommen) und Angehörige von Drittstaaten. Als Deutsche oder Österreicher gehöre ich zur ersten Gruppe. Die genauen Voraussetzungen prüft die Behörde; wer wissen will, welche Bewilligung für den eigenen Fall in Frage kommt, ordnet das am besten mit dem Bewilligungs-Werkzeug vor. Mehr dazu im Ratgeber Voraussetzungen fürs Auswandern.
Meine Checkliste für die ersten Wochen
- Aufenthaltsstatus klären und Unterlagen zusammentragen
- Wohnung oder zumindest eine Adresse für die Anmeldung sichern
- Pass oder Personalausweis, Bewilligung und Versicherungsnachweis bereithalten
- Mich in Deutschland oder Österreich ordnungsgemäß abmelden
- Mich bei der Gemeinde anmelden
- Die Grundversicherung abschließen
- Den Führerschein-Umtausch im Kalender notieren
Wer das alles in eine Reihenfolge bringen will, findet im Umzugskalender und in der Checkliste vor dem Umzug Hilfe.
Häufige Fragen
Kann ich einfach in die Schweiz auswandern, wenn ich Deutscher oder Österreicher bin?
Nicht ganz „einfach“, aber unter besseren Bedingungen als Staatsangehörige von Drittstaaten. Für EU/EFTA-Angehörige gilt ein eigenes Regime über das Freizügigkeitsabkommen. Ob und welche Bewilligung ich konkret bekomme, entscheiden die Behörden. Ein Spezialist prüft Ihren Fall, wenn Sie die Anfrage unten auf der Seite stellen.
Was ändert sich, wenn ich nicht aus der EU komme?
Dann gilt das Regime für Drittstaaten, das strenger ist und andere Voraussetzungen hat. Die Einzelheiten, etwa zu Qualifikation und Vorrang inländischer Arbeitskräfte, sollten Sie direkt beim Staatssekretariat für Migration (SEM) nachlesen.
Brauche ich vor dem Umzug schon eine Wohnung?
In der Praxis ja, zumindest eine Adresse, unter der ich mich anmelden kann. Das Thema ist groß genug für eigene Seiten: Im Ratgeber Wohnungssuche mit Begleitung erkläre ich, wie die Suche von außerhalb der Schweiz abläuft.
Wie schnell muss ich mich nach der Ankunft anmelden?
In der Regel innerhalb von 14 Tagen bei der Gemeinde (BAG und kantonale Quellen weisen darauf hin, dass der Zeitraum je nach Gemeinde oder Kanton abweichen kann). Vor Ort brauche ich meinen Ausweis, die Bewilligung beziehungsweise den Nachweis des Aufenthaltstitels und den Nachweis der Krankenversicherung. Fragen Sie bei Ihrer Gemeinde nach den genauen Regeln.
Wann muss ich die Krankenkasse abschließen?
Wer in der Schweiz wohnt, muss spätestens drei Monate nach der Wohnsitznahme eine Grundversicherung (KVG, das Krankenversicherungsgesetz) abschließen. Halte ich die Frist ein, gilt die Deckung rückwirkend ab dem Tag der Wohnsitznahme, und die Prämien sind ab dann geschuldet. Verpasse ich die Frist, beginnt die Deckung erst mit dem Abschluss, und es kann ein Prämienzuschlag fällig werden. Die Kantone können außerdem selbst einen Versicherer zuweisen (BAG).
Darf ich mit meinem deutschen oder österreichischen Führerschein weiterfahren?
Zunächst ja: Wer in der Schweiz wohnt, darf mit dem ausländischen Führerausweis zwölf Monate fahren. Danach braucht es einen Schweizer Ausweis. Den Umtausch beantrage ich spätestens einen Monat vor Ablauf dieser zwölf Monate. Je nach Herkunft des Ausweises erfolgt der Umtausch ohne Bedingungen oder mit einer Prüfung (Kanton Zürich).
Was kostet der Umzug insgesamt?
Das hängt stark von Wohnort, Haushaltsgröße und Dienstleistungen ab. Einen Überblick über die Posten gibt die Seite Was mich der Umzug kostet; Zahlen nenne ich hier bewusst nicht, weil sie ohne Kontext täuschen.
Welche Fehler machen andere beim Umzug am häufigsten?
Meist geht es um Fristen, die man zu spät kennt, oder um Unterlagen, die erst in der Schweiz auffallen. Die Seite Die häufigsten Fehler geht darauf im Detail ein.
Lohnt sich der Umzug überhaupt?
Das ist eine persönliche Abwägung. Ich habe meine Argumente auf der Seite Vor- und Nachteile gesammelt. Für den Vergleich mit dem Leben in Österreich gibt es Schweiz oder Österreich?.
Was ist, wenn meine Frage hier fehlt?
Dann stellen Sie sie in der Anfrage unten auf der Seite. Wir arbeiten mit Relocation-Unternehmen in der Schweiz zusammen und stellen je nach Anliegen den Kontakt zu dem her, das am besten passt.
