Als ich mein Schweiz-Projekt zu planen begann, stand Serafe auf keiner meiner ersten Listen. Wohnung, Aufenthaltsbewilligung und Krankenkasse hatten Vorrang. Und doch landet früher oder später ein Brief im Postkasten, der von einer Haushaltsabgabe für Radio und Fernsehen spricht. Wer aus Deutschland oder Österreich kommt, kennt das Prinzip vom Beitragsservice, bei Serafe sind aber einige Dinge anders. Diese Seite sammelt, was ich vor dem Umzug über Serafe wissen wollte.
Was Serafe ist und warum es die Abgabe gibt
Serafe ist die Erhebungsstelle, die im Auftrag des Bundes die Abgabe für Radio und Fernsehen einzieht. Die rechtliche Grundlage ist das Radio- und Fernsehgesetz (RTVG), ergänzt durch die Radio- und Fernsehverordnung (RTVV). Aus der Abgabe wird der öffentliche Rundfunk finanziert, in der Schweiz vor allem die SRG mit ihren Sendern in den vier Landessprachen.
Wichtig für den Alltag: Die Abgabe hängt nicht an einem einzelnen Gerät. Ein Haushalt zahlt eine einzige Abgabe, einmal im Jahr. Ob im Wohnzimmer ein Fernseher steht oder nur ein Smartphone herumliegt, spielt für die Grundidee keine Rolle. Die Details der Befreiungen und der Abgabe für Unternehmen lasse ich hier bewusst beiseite; sie hängen vom einzelnen Fall ab und werden von der Erhebungsstelle geprüft.
Was die Abgabe kostet
Die Zahlen, die ich gefunden habe, stammen aus Pressemeldungen; die Bestätigung durch die Behörde steht noch aus. Ich gebe sie deshalb als Orientierung an, nicht als verbindliche Tabelle.
Im Jahr 2026 beträgt die Haushaltsabgabe CHF 335 pro Haushalt und Jahr (BAKOM). Beschlossen ist eine Senkung auf CHF 312 ab dem Jahr 2027 (BAKOM) und auf CHF 300 ab dem Jahr 2029 (BAKOM). Wer die Zahlen für das eigene Budget braucht, liest sie am besten kurz vor dem Umzug auf der Seite des Bundesamts oder von Serafe nach.
CHF 335
Abgabe pro Haushalt und Jahr, 2026
Quelle: BAKOM
CHF 312
Beschlossene Senkung ab 2027
Quelle: BAKOM
CHF 300
Beschlossene Senkung ab 2029
Quelle: BAKOM
14 Tage
Anmeldung bei der Gemeinde nach der Ankunft
Quelle: Portal der Bundesbehörden (ch.ch)
Wie sich die Abgabe in mein Gesamtbudget einfügt, zeigt die Seite zu den Lebenshaltungskosten in der Schweiz. Dort steht Serafe neben Miete, Krankenkasse und Verkehr.
Wo Serafe in meinem Zeitplan steht
Serafe ist kein Termin, den ich selbst auslöse. Es hängt an Schritten, die ohnehin anstehen. Die folgende Frise zeigt, wo die Abgabe in der Reihenfolge meiner Behördengänge auftaucht.
Die Anmeldung bei der Gemeinde ist der eigentliche Auslöser. Dafür gilt eine Frist von 14 Tagen nach der Ankunft; sie kann je nach Gemeinde oder Kanton abweichen (ch.ch). Vorzulegen sind in der Regel ein Ausweis, der Aufenthaltstitel und der Nachweis der Krankenversicherung. Wie das Ganze im Zusammenhang aussieht, steht auf der Seite Der Zeitplan meines Umzugs.
Keine Anmeldung: wie Serafe mich findet
Bei Serafe gibt es nach meinem Kenntnisstand keine eigene Anmeldung. Die Erhebungsstelle bezieht die Adressen aus den Einwohnerregistern der Gemeinden (BAKOM). Mit der Anmeldung bei der Gemeinde werde ich also automatisch erfasst. Eine Rechnung kommt später per Post oder in elektronischer Form, wenn ich das hinterlegt habe.
Das hat zwei praktische Folgen:
- Es ist sinnvoll, die Zustelladresse in der Gemeinde richtig anzugeben, damit die Post nicht ins Leere geht.
- Wer die Rechnung nicht erwartet, hält sie leicht für Werbung. Ich lege deshalb Briefe aus der ersten Zeit immer in einen eigenen Ordner.
Eine Aufzählung der Verträge und Rechnungen, die in der ersten Zeit im Briefkasten landen, findet sich bei Strom, Internet, Handy, Post.
Was anders ist als in Deutschland und Österreich
Wer den Rundfunkbeitrag in Deutschland oder die Regelung in Österreich kennt, erkennt vieles wieder: Es gibt eine Abgabe, die unabhängig von der tatsächlichen Nutzung erhoben wird, und sie wird pro Haushalt gedacht. Im Detail unterscheidet sich aber vieles.
- Registerbezug: In der Schweiz kommt der Impuls aus dem Gemeinderegister, nicht aus einer eigenen Meldung beim Beitragsservice.
- Eine Abgabe pro Haushalt: Ich zahle nicht für jede Person im Haushalt einzeln. Wie Wohngemeinschaften behandelt werden, klärt die Erhebungsstelle.
- Abmeldung im Heimatland: Der alte Beitrag in Deutschland oder Österreich endet nicht von selbst. Die Abmeldung dort gehört zu den Dingen, die ich vor dem Wegzug erledige.
- Zuständigkeit: Fragen zur Schweizer Abgabe beantwortet allein die Schweizer Erhebungsstelle; mein Heimatland ist dafür nicht zuständig.
Der genaue Unterschied in Euro und Franken hängt davon ab, welche Zahlen man vergleicht. Einen Vergleich rechne ich hier nicht, weil ich ihn nicht belegen kann.
Aufenthaltsstatus und Serafe
Die Zulassung zur Schweiz folgt zwei Regimen: Für Staatsangehörige der EU und der EFTA gilt das Freizügigkeitsabkommen, für Angehörige von Drittstaaten gelten strengere Regeln (SEM). Mit Serafe hat das keinen direkten Zusammenhang. Die Erhebungsstelle schaut auf das Register, also auf die Frage, wo ich wohne, nicht auf die Art meiner Bewilligung. Ob in meinem persönlichen Fall eine Befreiung in Betracht kommt, prüft die zuständige Stelle anhand der Unterlagen.
Wer noch nicht weiss, welcher Weg zur eigenen Bewilligung führt, findet unter Mein Schweiz-Projekt in sechs Etappen eine Übersicht.
Stolperstellen, die ich vermeiden will
- Rechnung übersehen: Die erste Rechnung kommt, ohne dass ich etwas ausgelöst habe. Wer sie nicht öffnet, riskiert eine Mahnung.
- Doppelte Haushalte: Wer Wohnsitz im Ausland und eine Wohnung in der Schweiz hat, sollte sich bei der Abgabe nach der Einstufung erkundigen.
- Adresswechsel vergessen: Zieht man innerhalb der Schweiz um, folgt Serafe den Registern. Ein Umzug ist trotzdem ein Anlass, die Post zu kontrollieren.
- Gerätedenken: Wer meint, ohne Fernseher sei man nicht betroffen, liegt falsch, weil die Abgabe am Haushalt hängt.
- Frist bei der Krankenversicherung: Sie hat nichts mit Serafe zu tun, wird aber leicht im selben Atemzug vergessen. Die Grundversicherung ist innerhalb von drei Monaten nach der Wohnsitznahme abzuschliessen (BAG).
Meine Checkliste zu Serafe
- Abmeldung des Beitrags im Heimatland vorbereiten
- Mich bei der Wohngemeinde innerhalb der Frist anmelden
- Zustelladresse im Briefkasten prüfen und beschriften
- Die erste Rechnung von Serafe sofort einordnen und in meine Ablage legen
- Die Abgabe in mein Haushaltsbudget einrechnen
- Bei Fragen zu Befreiungen die Erhebungsstelle ansprechen
Weitere Listen für die gesamte Umzugszeit habe ich unter Meine Checklisten zusammengestellt.
Wenn ich Hilfe bei den Alltagsfragen möchte
Serafe ist nur ein kleiner Baustein. Wer mehrere Behördenschritte gleichzeitig vor sich hat, kann in der Anfrage unten auf der Seite angeben, was offen ist. My Relocation stellt dann den Kontakt zu einem Relocation-Unternehmen her, das zum Bedarf passt; ein Spezialist prüft den Einzelfall. Wie diese Vermittlung abläuft, steht unter So begleitet Sie My Relocation.
Häufige Fragen
Was ist Serafe?
Serafe ist die Erhebungsstelle, die in der Schweiz die Abgabe für Radio und Fernsehen von den Haushalten einzieht. Sie arbeitet im Auftrag des Bundes und stützt sich auf das Radio- und Fernsehgesetz (RTVG).
Wer muss Serafe zahlen?
Grundsätzlich zahlt jeder Haushalt eine Abgabe. Massgeblich ist der Eintrag im Register der Wohngemeinde. Ausnahmen gibt es für bestimmte Situationen; ob sie zutreffen, klärt die Erhebungsstelle.
Wie hoch ist die Abgabe im Jahr 2026?
Nach dem Stand meiner Recherche liegt sie bei CHF 335 pro Haushalt und Jahr (BAKOM). Die Zahl stammt aus Pressemeldungen und sollte vor dem Einsatz beim Bundesamt bestätigt werden.
Sinkt die Abgabe in den nächsten Jahren?
Beschlossen ist eine Senkung auf CHF 312 ab dem Jahr 2027 (BAKOM) und auf CHF 300 ab dem Jahr 2029 (BAKOM). Auch diese Angaben sind vor dem Budget zu prüfen.
Muss ich mich bei Serafe selbst anmelden?
Nein, eine eigene Anmeldung ist nicht vorgesehen. Die Erhebungsstelle übernimmt die Adressen aus den Registern der Gemeinden (BAKOM). Entscheidend ist also die Anmeldung bei der Gemeinde.
Wann kommt die erste Rechnung?
Den genauen Zeitpunkt kann ich nicht nennen, er hängt von der Erfassung im Register ab. Sicher ist nur, dass die Rechnung ohne mein Zutun kommt, sobald ich als Haushalt erfasst bin.
Zahle ich pro Fernseher oder pro Person?
Weder noch. Ein Haushalt zahlt eine einzige Abgabe, unabhängig davon, wie viele Geräte oder Personen dazugehören. Das unterscheidet sich vom früheren Gerätedenken.
Gilt die Abgabe auch, wenn ich gar keinen Fernseher habe?
Ja, die Abgabe hängt am Haushalt und nicht am Besitz eines bestimmten Geräts. Wer keinen Fernseher hat, ist dadurch nicht automatisch befreit.
Wie schnell muss ich mich bei der Gemeinde anmelden?
Genannt wird eine Frist von 14 Tagen nach der Ankunft (ch.ch). Sie kann je nach Gemeinde oder Kanton abweichen, deshalb gilt die Auskunft der Wohngemeinde.
Was brauche ich für die Anmeldung bei der Gemeinde?
In der Regel Ausweis, Aufenthaltstitel oder Arbeitsbewilligung und den Nachweis der Krankenversicherung (ch.ch). Welche weiteren Unterlagen verlangt werden, sagt die Gemeinde.
Bis wann ist die Krankenversicherung abzuschliessen?
Die Grundversicherung ist spätestens drei Monate nach der Wohnsitznahme abzuschliessen (BAG). Wird die Frist eingehalten, gilt die Deckung rückwirkend ab dem Zuzug.
Hat Serafe etwas mit der Krankenkasse zu tun?
Nein. Beides sind getrennte Pflichten mit getrennten Stellen. Sie fallen aber zeitlich in dieselbe Phase nach der Ankunft, deshalb stehen sie bei mir auf derselben Liste.
Spielt es eine Rolle, ob ich EU-Bürger bin oder aus einem Drittstaat komme?
Für die Zulassung ja: Es gibt zwei Regime (SEM). Für Serafe ist aber der Wohnsitz im Register der Anknüpfungspunkt, nicht der Pass.
Muss ich in Deutschland oder Österreich den Beitrag kündigen?
Der Beitrag im Herkunftsland endet nicht von selbst. Die Abmeldung dort läuft über die zuständige Stelle meines Heimatlandes und ist Teil der Vorbereitung vor dem Wegzug.
Zahle ich zweimal, wenn ich noch eine Wohnung im Heimatland habe?
Das hängt davon ab, wie die jeweiligen Stellen die Haushalte einstufen. Eine verbindliche Auskunft geben die Beitragsstelle im Herkunftsland und die Schweizer Erhebungsstelle.
Kann ich die Abgabe in Raten zahlen?
Dazu habe ich keine gesicherte Angabe. Die Zahlungsmodalitäten nennt die Rechnung selbst oder die Erhebungsstelle.
Was passiert, wenn ich die Rechnung nicht bezahle?
Wie bei anderen Rechnungen folgen in der Regel Mahnungen. Bei Zahlungsproblemen ist es besser, früh mit der Erhebungsstelle zu sprechen, als die Post zu ignorieren.
Gibt es Befreiungen?
Ja, für bestimmte Situationen sieht das Gesetz Befreiungen vor. Die Voraussetzungen kenne ich nicht im Einzelnen, deshalb nenne ich keine. Die Erhebungsstelle prüft einen Antrag anhand der Unterlagen.
Wie funktioniert es in einer Wohngemeinschaft?
Die Einstufung einer Wohngemeinschaft ist Sache der Erhebungsstelle. Ich würde mit den Mitbewohnenden klären, wer in der Rechnung steht, und dann die Aufteilung untereinander regeln.
Wie ändere ich meine Adresse bei Serafe?
Die Adressänderung läuft über das Gemeinderegister. Wer innerhalb der Schweiz umzieht, meldet sich bei der Gemeinde ab und an; Serafe folgt den Registern.
Wo finde ich verlässliche Zahlen?
Auf den Seiten des Bundesamts für Kommunikation und von Serafe. Dort stehen die aktuellen Beträge, die ich in dieser Seite nur als Orientierung nenne.
Was mache ich, wenn ich nicht weiss, wo ich anfangen soll?
Mit der Anmeldung bei der Gemeinde. Alles Weitere, auch Serafe, folgt daraus. Wer Unterstützung wünscht, kann die Anfrage unten auf der Seite nutzen; ein Spezialist prüft den Einzelfall.
