Als wir angefangen haben, unseren Umzug in die Schweiz zu planen, war die Schulfrage der Punkt, der am längsten offen blieb. Nicht, weil es zu wenig Möglichkeiten gäbe, sondern weil es so viele gibt und die Begriffe anders gemeint sind, als ich es aus Deutschland oder Österreich kannte. Diese Seite ist mein Versuch, die Lage zu ordnen: erst die Grundentscheidung, dann die Schulformen, dann das, was Sie von zu Hause aus erledigen können.
Erst die Grundfrage: Wie lange bleibe ich, und wohin soll mein Kind danach?
Bevor ich mir eine einzelne Schule ansehe, beantworte ich zwei Fragen. Wie lange bleiben wir voraussichtlich? Und auf welchen Abschluss soll mein Kind am Ende zusteuern: Schweizer Matura, Abitur, Internationales Diplom oder die Rückkehr in das deutsche beziehungsweise österreichische System?
Bei einem Aufenthalt von wenigen Jahren spricht vieles für eine Schule, die einen Anschluss an das Herkunftssystem erleichtert. Wer dauerhaft bleibt, fährt oft besser mit dem öffentlichen System vor Ort, weil Sprache und Freundeskreis dort am schnellsten wachsen. Eine allgemeine Regel gibt es nicht; es hängt von Alter, Sprache und Familienlage ab. Das Schulsystem im Überblick erkläre ich auf der Seite Das Schweizer Schulsystem.
Die vier Wege im Überblick
Ich unterscheide für mich vier Wege. Die Grenzen sind fließend, aber die Unterscheidung hilft bei der Suche.
Öffentliche Schule
Sie ist der Normalfall für die meisten Kinder in der Schweiz. Die Schulen werden von den Kantonen und Gemeinden getragen, die Unterrichtssprache richtet sich nach der Region. Für Kinder aus Deutschland ist der Einstieg in der Deutschschweiz sprachlich einfacher, als viele denken, auch wenn der Alltag auf dem Pausenhof oft in Mundart stattfindet (mehr dazu unter Schweizerdeutsch verstehen). Ausführlich beschreibe ich diesen Weg unter Öffentliche Schule in der Schweiz.
Privatschulen
Eine Privatschule (Privatschule) ist eine Schule in freier Trägerschaft. Manche folgen dem kantonalen Lehrplan, andere einem eigenen pädagogischen Konzept, etwa mit Fokus auf Sprachen, Musik oder Sport. Entscheidend ist, was die Schule am Ende anbietet: Führt sie zu einem anerkannten Abschluss, und wie leicht ist ein Wechsel zurück ins öffentliche System? Das frage ich jede Schule ausdrücklich.
Internationale Schulen
Internationale Schulen unterrichten in der Regel auf Englisch und führen zu internationalen Abschlüssen. Sie richten sich an Familien, die mobil sind, und haben deshalb oft Kinder aus vielen Ländern in einer Klasse. Für Kinder, die schon Englisch sprechen oder nur kurz bleiben, ist das ein sanfter Einstieg. Für Kinder, die langfristig in der Schweiz Wurzeln schlagen sollen, bleibt die Landessprache dagegen leicht auf der Strecke.
Im Kanton Zürich nennt die Standortförderung des Kantons in ihrer Übersicht von November 2023 zum Beispiel die Inter-Community School Zurich (ICS) in Zumikon, die Zurich International School (ZIS) mit Standorten in Wädenswil, Kilchberg und Adliswil sowie die International School Zurich North (ISZN) in Wallisellen (Quelle: Kanton Zürich). Die Liste bezieht sich auf die Agglomeration, nicht nur auf die Stadt Zürich, und nennt auch weitere zweisprachige Angebote. Da die Ausgabe schon einige Zeit zurückliegt, prüfe ich vor einer Bewerbung, ob sich Angebot oder Standorte geändert haben. Für Genf habe ich keine amtliche Liste gefunden, die ich hier nennen möchte; dort frage ich beim Kanton nach.
Schulen mit deutschem Lehrplan
Wenn mein Aufenthalt befristet ist, kann eine Schule mit Anschluss an das deutsche System die Rückkehr erleichtern. Dazu gibt es eine eigene Seite: Deutsche Schulen in der Schweiz.
Wartelisten: Was ich dazu sagen kann und was nicht
Plätze an internationalen und privaten Schulen sind begrenzt, und manche Schulen führen Wartelisten. Wie lang diese sind, hängt von Schule, Jahrgang und Region ab; verlässliche Zahlen dafür habe ich nicht, und ich nenne deshalb keine. Was ich aber weiß: Es lohnt sich, früh anzufragen, am besten schon, sobald der Umzugstermin ungefähr feststeht.
Mein Vorgehen:
- Zwei bis drei Schulen parallel anfragen, nicht nur eine.
- Nach dem Ablauf der Bewerbung fragen: Unterlagen, Gespräch, Probetag, Fristen.
- Klären, ob ein Platz auch ohne Wohnadresse in der Schweiz reserviert werden kann oder ob ein Mietvertrag nötig ist.
- Nachfragen, ob Geschwisterkinder bevorzugt werden.
Weil Wohnung und Schule sich gegenseitig bedingen, plane ich beides zusammen. Die Wohnungssuche hat ihre eigene Dynamik; Hinweise dazu finden Sie unter Wohnungssuche mit Begleitung.
Kosten: wie sie sich zusammensetzen
Ich nenne hier bewusst keine Beträge, denn Schulgelder unterscheiden sich stark und werden von den Schulen selbst festgelegt. Wichtig ist, die Posten zu kennen, nach denen ich frage:
- Schulgeld pro Jahr oder pro Semester
- Anmelde- oder Aufnahmegebühr
- Depot oder Kaution, falls verlangt
- Kosten für Mittagessen, Betreuung und Transport
- Ausflüge, Material, Musikunterricht, Uniform
- Gebühren für Prüfungen oder Diplome
Ich bitte jede Schule um eine schriftliche Aufstellung für das ganze Schuljahr und für den ganzen Schulweg bis zum Abschluss. So lassen sich Angebote vergleichen. Einen größeren Überblick über die Umzugskosten gibt die Seite Was mich der Umzug in die Schweiz kostet.
Arbeitgeber übernehmen bei Entsendungen manchmal einen Teil des Schulgelds. Das ist Verhandlungssache und steht im Vertrag, nicht in einer allgemeinen Regel. Wer sich im Vorfeld dazu informieren will, spricht mit der Personalabteilung.
Was von zu Hause aus erledigt werden kann
Vieles lässt sich vor dem Umzug vorbereiten. Meine Liste:
- Schulzeugnisse der letzten Jahre sammeln und, falls gewünscht, beglaubigte Kopien anfertigen lassen
- Impfausweis und Gesundheitsunterlagen des Kindes bereithalten
- Kinderarzt um einen kurzen Bericht zu besonderem Förderbedarf bitten
- Pässe oder Ausweise der Kinder prüfen
- Zwei bis drei Schulen anschreiben und nach Plätzen fragen
- Einen Besuchstermin oder virtuellen Rundgang vereinbaren
- Mit dem Kind über Schulform und Sprache sprechen
- Mit dem Arbeitgeber klären, ob es Unterstützung gibt
Welche Unterlagen genau gefragt sind, sagt die jeweilige Schule. Der Aufenthaltsstatus der Familie spielt ebenfalls eine Rolle: Das SEM unterscheidet grundsätzlich zwei Regime, nämlich Angehörige von EU- und EFTA-Staaten und Angehörige von Drittstaaten (Quelle: SEM). Für Deutsche und Österreicher gilt das erste. Wer eine Bewilligung braucht, findet Hinweise unter Familiennachzug und Bewilligung; ein Spezialist prüft den Einzelfall.
Nach der Ankunft: Anmeldung und erste Wochen
Nach dem Einzug melde ich mich bei der Wohngemeinde an. Laut den Angaben, die ich dazu gefunden habe, gilt dafür in der Regel eine Frist von 14 Tagen; sie kann je nach Kanton und Gemeinde abweichen, also frage ich vor Ort nach (Quelle: ch.ch). Bei öffentlichen Schulen läuft die Einschulung über die Gemeinde, mehr dazu unter Einschulung. Auch der Krankenversicherungsschutz der Kinder gehört zu den ersten Aufgaben, denn die Versicherungspflicht gilt für alle in der Schweiz wohnhaften Personen.
Wenn mein Kind zuerst eine Kita oder einen Hort besucht, hilft die Seite Kita und Hort. Und falls ich noch nicht weiß, welche Schulform zu uns passt, kann ein Werkzeug wie die Schulwahl eine erste Orientierung geben.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer internationalen und einer privaten Schule?
Eine internationale Schule unterrichtet meist auf Englisch und führt zu internationalen Abschlüssen. Eine Privatschule kann dagegen dem Schweizer Lehrplan folgen. Die Grenzen sind fließend, deshalb lohnt sich die Frage an die Schule selbst.
Muss mein Kind auf eine internationale Schule?
Nein. Kinder, die in der Schweiz wohnen, können im Normalfall die öffentliche Schule besuchen. Eine internationale Schule ist eine Option, keine Pflicht.
Ist eine internationale Schule für Kinder aus Deutschland sinnvoll?
Das hängt von der Aufenthaltsdauer und der Sprache ab. Bei einem kurzen Aufenthalt kann sie passen, bei dauerhaftem Bleiben ist die Ortssprache oft wichtiger.
Wann sollte ich mit der Schulsuche beginnen?
So früh wie möglich, sobald der Umzugstermin ungefähr feststeht. Beliebte Schulen haben begrenzte Plätze.
Gibt es überall Wartelisten?
Nein, das ist je nach Schule und Jahrgang verschieden. Ich frage deshalb direkt bei jeder Schule nach dem aktuellen Stand.
Kann ich mich schon vor dem Umzug bewerben?
Viele Schulen nehmen Anfragen aus dem Ausland entgegen. Ob dafür eine Schweizer Adresse oder ein Mietvertrag nötig ist, entscheidet die Schule.
Welche internationalen Schulen gibt es im Raum Zürich?
Der Kanton nennt in seiner Übersicht von November 2023 unter anderem die ICS in Zumikon, die ZIS in Wädenswil, Kilchberg und Adliswil sowie die ISZN in Wallisellen. Vor einer Bewerbung prüfe ich, ob die Angaben noch stimmen.
Und in Genf?
Für Genf habe ich keine amtliche Liste, die ich hier wiedergeben möchte. Ich frage beim Kanton nach den anerkannten Angeboten.
Was kostet eine internationale Schule?
Das legt jede Schule selbst fest, und die Beträge unterscheiden sich deutlich. Ich lasse mir eine schriftliche Aufstellung aller Posten geben.
Gibt es Stipendien oder Ermäßigungen?
Manche Schulen bieten Ermäßigungen an, andere nicht. Das erfahre ich nur direkt bei der Schule.
Übernimmt mein Arbeitgeber das Schulgeld?
Manchmal ja, im Rahmen einer Entsendung. Es steht im Vertrag oder wird verhandelt. Ich spreche das früh an.
Sind die Abschlüsse internationaler Schulen in Deutschland anerkannt?
Das hängt vom Abschluss und vom Studienziel ab. Ich kläre es vorab mit der Schule und der Hochschule, an die mein Kind später möchte.
Kann mein Kind nach einer internationalen Schule an eine Schweizer Hochschule?
Das ist abhängig vom Abschluss und den Zulassungsregeln der jeweiligen Hochschule. Die Hochschule gibt verbindlich Auskunft. Mehr zu Studienwegen finden Sie unter Studieren in der Schweiz.
Lernt mein Kind an einer internationalen Schule noch Deutsch?
Oft wird Deutsch als Fach angeboten, aber nicht immer auf muttersprachlichem Niveau. Ich frage nach dem Stundenplan.
Wie wirkt sich ein Schulwechsel mitten im Schuljahr aus?
Je nach Schule und Lehrplan kann das einfacher oder schwieriger sein. Ich frage nach Erfahrungen mit Quereinsteigern.
Was, wenn mein Kind noch kein Englisch spricht?
Viele Schulen bieten Förderung an, andere erwarten Vorkenntnisse. Das klären wir im Aufnahmegespräch.
Brauche ich eine Aufenthaltsbewilligung, bevor ich die Schule anfrage?
Eine Anfrage ist meist auch vorher möglich. Für den Aufenthalt gelten zwei Regime, UE/AELE und Drittstaaten; die Behörden entscheiden. Ein Spezialist prüft Ihren Fall.
Wann melde ich mich bei der Gemeinde an?
In der Regel kurz nach der Ankunft; für die Frist von 14 Tagen gilt, dass sie je nach Gemeinde abweichen kann. Ich frage bei meiner Gemeinde nach.
Muss mein Kind versichert sein?
Ja. Die Versicherungspflicht gilt für alle in der Schweiz wohnhaften Personen, also auch für Kinder. Die Details klären Sie mit Ihrer Versicherung oder einer Fachperson.
Kann mir jemand bei der Suche helfen?
Ja. Über die Demand unten auf der Seite vermitteln wir den Kontakt zu einem Relocation-Unternehmen, das die Schulsuche begleiten kann. Der Anbieter entscheidet nicht über Plätze; die Schulen tun das.
