Wenn ich mir vorstelle, in der Ostschweiz anzukommen, denke ich an Barockfassaden, Hügel, Nebel im Herbst und einen See, der nicht weit ist. St. Gallen ist keine der grossen Metropolen der Schweiz, und gerade das macht für mich den Reiz aus. Hier erzähle ich, was ich über das Leben in St. Gallen weiss, bevor ich überhaupt einen Koffer packe.
Wie ich St. Gallen einordne
St. Gallen liegt im Nordosten der Schweiz, im Kanton St. Gallen (Kürzel SG). Die Stadt sitzt in einem Hochtal, rund um die Altstadt mit dem Stiftsbezirk. Der Bodensee ist nicht weit, und auch Appenzell und die Hügel der Region sind schnell erreicht. Für mich aus Deutschland oder Österreich heisst das: Ich bleibe in einem vertrauten Sprachraum, aber in einer anderen Alltagskultur.
Laut BFS wohnten 2025 in der Stadt 79'487 Menschen dauerhaft (BFS, Bevölkerungsstatistik). Davon waren 27'471 Personen ausländischer Nationalität, das sind 34,6 % (BFS). Wer neu ankommt, ist also nicht allein: Ein gutes Drittel der Bevölkerung kommt nicht aus der Schweiz.
Sprache und Alltag
Im Alltag begegnet mir Schweizerdeutsch, genauer ein ostschweizerischer Dialekt. Auf Ämtern, in Verträgen und in der Schule wird Hochdeutsch geschrieben, gesprochen wird oft Dialekt. Ich plane deshalb ein paar Wochen ein, in denen ich viel nachfrage. Die meisten Menschen wechseln gern ins Hochdeutsche, wenn man freundlich darum bittet.
Ein paar Begriffe, die ich früh gelernt habe:
- Gemeinde: die Wohngemeinde, bei der ich mich nach der Ankunft anmelde.
- Kanton: vergleichbar mit einem Bundesland, aber mit mehr eigenen Zuständigkeiten.
- Zügeln: so sagt man hier „umziehen“.
- Grüezi: die übliche Begrüssung, auch im Treppenhaus.
Quartiere und Umland
St. Gallen ist überschaubar. Rund um die Altstadt ist es urban, in den Hanglagen darüber ruhiger, mit Blick auf die Stadt. Wer Natur im Alltag will, findet sie in Gehweite. Viele Menschen wohnen auch in den Nachbargemeinden und pendeln hinein. Genaue Quartierpreise nenne ich hier nicht, weil mir dafür verlässliche Zahlen fehlen. Ein Blick auf die Nachbarstädte hilft beim Einordnen: Zürich ist deutlich grösser, Winterthur liegt dazwischen und Basel am anderen Ende des Landes.
Wohnen und Mieten
Beim Wohnen bin ich vorsichtig mit Erwartungen. Das BFS weist für St. Gallen als Stadt eine durchschnittliche Nettomiete von CHF 1'264 pro Monat aus, über alle Wohnungsgrössen (BFS, Strukturerhebung, kumuliert 2022 bis 2024). Für den ganzen Kanton lag der Durchschnitt 2024 bei CHF 1'343 (BFS). Das sind Durchschnitte über bestehende Mietverhältnisse. Eine Wohnung, die heute neu ausgeschrieben wird, kann davon abweichen.
Die Zahlen nach Zimmern sehen so aus:
Quelle der Städtewerte: BFS, Strukturerhebung. Quelle der Kantonswerte: BFS, Mietpreise nach Kanton. Bei sechs Zimmern und mehr sind die Stadtwerte laut BFS wenig genau, ich lese sie nur als groben Hinweis.
Zur Marktlage: Am Stichtag 1. Juni 2026 standen im Kanton St. Gallen 1,16 % der Wohnungen leer (BFS). Für die Stadt allein habe ich keine geprüfte Quote, deshalb leite ich daraus nichts ab. Klar ist nur: Wer von ausserhalb sucht, braucht Zeit und ein vollständiges Dossier. Wie ein Mietdossier aufgebaut ist, prüfe ich mit dem Mietdossier-Check. Wer bei der Suche Begleitung möchte, findet die Möglichkeit unter Wohnungssuche mit Begleitung.
Schule, Kinder und Studium
Mit Kindern stellt sich die Frage: öffentliche Schule der Gemeinde oder eine Alternative? Die öffentliche Schule ist Sache der Gemeinde und des Kantons, die Einteilung richtet sich nach der Wohnadresse. Zu internationalen Schulen in der Region habe ich keine geprüfte Liste, deshalb nenne ich keine. Beim Schulwahl-Werkzeug sortiere ich meine Fragen vorab.
St. Gallen ist ausserdem eine Studentenstadt mit Universität und Fachhochschule. Das merkt man im Stadtbild: viele junge Menschen, ein reges Kultur- und Cafeleben und eine gewisse Fluktuation bei kleinen Wohnungen.
Verkehr und Anreise
Wie ich konkret von und nach St. Gallen reise, kann ich hier nicht belastbar beschreiben: Zu Flughäfen, Fahrzeiten und Abonnementen liegen mir keine geprüften Angaben vor. Das kläre ich vor dem Umzug direkt bei den Bahnen und dem lokalen Verkehrsverbund. Als Faustregel gilt in der Schweiz generell: Die Bahn ist dicht getaktet, und ein Auto ist in der Stadt selbst oft verzichtbar.
Behörden: das Migrationsamt
Für das Aufenthaltsrecht ist im Kanton das Migrationsamt des Kantons St. Gallen zuständig; die Liste aller kantonalen Stellen führt das SEM. Welche Bewilligung für mich gilt, hängt davon ab, ob ich aus der EU oder der EFTA komme und was der Grund des Aufenthalts ist. Die Behörde entscheidet, nicht eine Vermittlung. Eine erste Orientierung liefert mir das Werkzeug Welche Bewilligung?.
Meine ersten Tage vor Ort
Das steht bei mir auf der Liste:
- Wohnadresse und Mietvertrag bereithalten
- Bei der Gemeinde anmelden (Fristen nennt die Gemeinde)
- Krankenversicherung klären: Die Grundversicherung ist innerhalb der gesetzlichen Frist abzuschliessen
- Bankkonto eröffnen
- Kinder bei der Schule anmelden
- Den Umzugstermin im Umzugskalender einplanen
Wer das Ganze nicht allein stemmen möchte, kann in der Anfrage unten am Seitenende schildern, was ansteht. Dann wird nach Bedarf der passende Kontakt hergestellt.
Häufige Fragen
Wie ist das Leben in St. Gallen für Zuziehende aus Deutschland?
Es ist überschaubar und ruhig, mit Altstadt, Hügeln und Seenähe. Sprachlich ist es vertraut, im Alltag begegnet einem aber Dialekt. Ein gutes Drittel der Einwohner hat laut BFS einen ausländischen Pass (34,6 %, BFS).
Wie viele Menschen leben in St. Gallen?
2025 waren es 79'487 Personen mit dauerhaftem Wohnsitz (BFS). Damit ist St. Gallen eine mittelgrosse Stadt.
Was kostet eine Wohnung in St. Gallen?
Im Durchschnitt aller Grössen weist das BFS für die Stadt eine Nettomiete von CHF 1'264 monatlich aus (BFS, 2022 bis 2024). Neu ausgeschriebene Wohnungen können abweichen.
Ist es schwer, in St. Gallen eine Wohnung zu finden?
Im Kanton waren am 1. Juni 2026 1,16 % der Wohnungen leer (BFS). Für die Stadt selbst habe ich keinen geprüften Wert. Ein vollständiges Dossier erleichtert die Suche.
Welche Sprache spricht man in St. Gallen?
Im Alltag Ostschweizer Dialekt, geschrieben wird Hochdeutsch. Wer Dialekt nicht versteht, kann höflich um Hochdeutsch bitten.
Wer ist für meine Aufenthaltsbewilligung zuständig?
Das Migrationsamt des Kantons St. Gallen. Welche Bewilligung infrage kommt, hängt von Staatsangehörigkeit und Aufenthaltszweck ab; entschieden wird durch die Behörde.
Gibt es internationale Schulen in der Nähe?
Dazu habe ich keine geprüfte Auskunft. Das Schulangebot lässt sich beim Kanton oder bei der Wohngemeinde erfragen.
Wie komme ich von St. Gallen zum nächsten Flughafen?
Verbindungen und Fahrzeiten habe ich nicht geprüft. Die aktuellen Fahrpläne zeigen die Bahnen und der lokale Verkehr.
Brauche ich in St. Gallen ein Auto?
In der Stadt selbst oft nicht, weil der öffentliche Verkehr gut ausgebaut ist. Wer am Stadtrand oder im Umland wohnt, entscheidet nach Wohnlage.
Wie hilft die Anfrage auf dieser Seite?
Ich beschreibe mein Vorhaben, und je nach Bedarf stellt der Dienst den Kontakt zu einer passenden Relocation-Firma her. Eine Zusage für Wohnung oder Bewilligung ist damit nicht verbunden. Weitere Städte finde ich unter Meine Stadt in der Schweiz.
Quellen
- Bundesamt für Statistik (BFS), Bevölkerung nach Gemeinde
- Bundesamt für Statistik (BFS), Mietpreise der zehn grössten Städte
- Bundesamt für Statistik (BFS), Mietpreise nach Kanton
- Bundesamt für Statistik (BFS), Leerwohnungen nach Kanton
- Staatssekretariat für Migration (SEM), kantonale Migrationsbehörden
